Grauzeit – Dieses Gefühl jeden Tag (Reviews)

1 Punkt2 Punkte3 Punkte4 Punkte5 Punkte6 Punkte7 Punkte8 Punkte9 Punkte10 Punkte (7 votes, average: 7,00 out of 10)
Loading...
Interpret:
23. Februar 2012 | Von | Kategorie: Reviews
Grauzeit - Dieses Gefühl jeden Tag

Grauzeit - Dieses Gefühl jeden Tag

„Grauzeit auf instrumentalen Abwegen“ berichteten wir vor einigen Tagen. Mir stellte sich da direkt die Frage nach der Bedeutung dieser Zeilen. Was sind musikalische Abwege bei einer Band, die bis dato genau einen Song unter die Leute gebracht hat? Man kennt schließlich noch nicht einmal den „normalen“ Weg. Die Antwort folgte auf dem Fuße, hinter der lange angekündigten EP „Dieses Gefühl jeden Tag“ verbirgt sich eine beinahe komplett Instrumental gehalte Web-Veröffentlichung die sich Anhänger melancholischer Töne kostenlos im Internet herunterladen können.

 

Nachdem das bereits angesprochene erste Stück mit dem Titel „Mein Leben endet…“schon einige Zeit als Download und sogar als Tape erhältlich war, scheinen die vier langsam in Veröffentlichungsnot geraten zu sein. Ich muss gestehen, dass mir auf die schnelle auch kaum andere Bands einfallen bei denen Merch wie Patches eher als Tonträger erhältlich waren. Darüber zu meckern blieb einem allerdings gar nicht mal so lange Zeit, denn mit der knapp 32 Minütigen „Scheibe“ hat man nun recht schnell eine musikalische

Grundlage nachgelegt. Grob baut sich der erste wirkliche Output der Jungs, die alle in mehr oder weniger „bekannten“ Underground-Kapellen Erfahrungen sammeln konnten, rund um den schon gehörten Titel auf. Geboten werden einem dabei stark an „Post Black Metal“ Bands wie z.B. Heretoir oder Alcest angelehnte Töne die dem Shoegaze oft näher sind als ihrem schwarzmetallenden Hintergrund. Obwohl es, wie gesagt keinen Gesang, auf die Ohren gibt verzichtet man dabei auch nicht auf die obligatorischen In-, Outros und Interludien. Dabei greift die Band mehr als einmal zur Akustikklampfe und klimpert ein paar Töne vor sich hin, die einer ohnehin ausbleibenden CD-Veröffentlichung leider auch nicht wirklich gerecht werden könnten. Im Titelstück bin ich stark an das Demo „Leben gescheitert“ der Band Herbstregen erinnert, das mir zwar ein wenig dünn produziert, aber dennoch recht ordentlich in Erinnerung ist. Der Vergleich liegt alleine schon daher nahe, dass das alleinige Mitglied eben jenes Projektes bis vor kurzem noch bei Grauzeit an der Gitarre mitgewirkt hat. So plätschert die EP leider ein wenig Höhepunktslos vor sich hin und lediglich etwas fehl am Platz wirkende Tempowechsel im Song „Erkenntnis“ sowie die Genretypischen Samples fallen etwas aus dem gewohnten Schema. Nach dem vielversprechendem „Mein Leben endet…“ bin ich zugegebenermaßen etwas enttäuscht und kann nicht verhehlen dass ich froh bin dass die EP ein freies Internetrelease geworden ist – ich hätte nach dem ersten Lebenszeichen der Jungs wohl sonst blind bestellt. Unterm Strich bleibt also ein Song den ich nach wie vor ziemlich gut finde und ein musikalischer Rahmen der vielleicht mich nicht überzeugen kann, aber die knappe Zeit es sich aus dem Netz zu saugen dennoch Wert sein dürfte. Eine Wertung erspare ich mir an dieser Stelle, möchte aber anmerken dass ich hoffe dass die „instrumentalen Abwege“ damit hinter sich gelassen sind und die vier zu ihrer nächsten Veröffentlichung auf den normalen Pfad zurückfinden.

[contentbox headline=“Grauzeit – Dieses Gefühl jeden Tag“ type=“normal“]
Label:
Eigenproduktion

Bandpage:
http://grauzeit.bandcamp.com/

Veröffentlichungstermin:
10.02.2012

Trackliste:

    1. Intro
    2. Mein Leben endet…
    3. Grauzeit
    4. Interlude
    5. Dieses Gefühl jeden Tag
    6. Erkenntnis
    7. Outro

[/contentbox]

Gelesen: 277 · heute: 0 · zuletzt: 24.09.2017

Schreibe einen Kommentar