Nycticorax – Treatise of Death (Reviews)

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Interpret:
6. März 2013 | Von | Kategorie: Reviews
Nycticorax - Treatise of Death

Nycticorax – Treatise of Death

Schon mal Black Metal aus Lettland gehört? Nein? Dann gebt euch das: Nycticorax. Bislang noch ein Geheimtipp für alle, die mal unterhalb der Ostsee auf Neuland stoßen wollen.


Nycticorax ist eine Black Metal-Combo aus Lettland, deren Name aus dem lateinischen kommt und für den Graureiher steht. So skurril und verwirrend auch der Name erscheinen mag, so teuflisch verrückt sind sie es auch. Was wollen sie uns allein mit dem Bandnamen mitteilen? Sie sind in jedem Falle weitaus mehr  als Spaßkapelle, die alle auf die Schippe nehmen wollen. Denn sie klingen doch nach sehr viel mehr als nach einer weiteren rotzigen Dauerfrost-Hinterwäldler-Kapelle. Schon ‚zigmal gehört und doch irgendwie anders.

 

Noch auf der Suche nach einem passenden Label, bieten die Letten auf ihrer sauber produzierten Promo, aufgeteilt auf 12 Titel, eine bunte musikalische Mischung aus allem, was einem ordentlich den Arsch versohlt. Etwas wie Finntroll auf Speed oder im allgemeinem nordischer Humpa Metal ohne übertrieben nervige fröhliche Melodien und guter Laune. Trotzdem sind Nycticorax genau das richtige für einen feuchtfröhlichen Abend, um für ordentliche Partystimmung zu sorgen. Neben den Standard Instrumenten im Black Metal-Bereich hört man hier auch immer mal wieder Violinen, die die Stimmungen anheben und für Abwechslung sorgen. Ebenso wie Lagerfeuergeknister und Laufgeräusche, die gepaart sind mit Rabengeschrei. Regen und Wasserläufe harmonieren mit Pianoparts. Stellenweise gibt es auch kurze Thrash-Elemente, die einen aus der rasanten Berg und Talfahrt reißen, ebenso wie vereinzelte Akustik Gitarren, die kaum liebevoller gespielt werden könnten. Gesanglich bleibt es hingegen bei den lettischen Neckbreakern ziemlich monoton und gerade in Anbetracht der Abwechslung in der Musik selber fällt der eher etwas „einfallslos“ und fast schon langweilig  negativ auf. Nicht, dass der Gesang unpassend wäre, aber man hätte ihn dem musikalischem Konzept hinter der Machenschaft anpassen können, um so vielleicht den Charakter und Charme der Musik etwas mehr zu unterstreichen. Die Songstrukturen sind zwar alle relativ überschaubar, dennoch kommt beim Hören hingegen zu keiner Zeit Langeweile auf. So zehrt das Album doch von seinen kontrastreichen Zwischenelementen, die allesamt Wert auf Atmosphäre und die enge Bindung an die Natur legen.

 

Mit noch reichlich Luft nach oben kann man jetzt schon gespannt sein, was aus Nycticorax einmal wird. Sind sie doch gerade erst dabei, Anlauf zu nehmen, um direkt die Überholspur anzupeilen und Gas zu geben. Ein Anrecht auf reichlich Fans haben sie jetzt schon und sollten sie live das abliefern, was man derzeitig aus den Membranen auf die Ohren bekommt, dann heißt es „Anschnallen“. Wer seine Gehörgänge mal wieder vergewaltigen möchte, muss sich dem einfach hingeben und wird merken, dass man bei hören kaum stillsitzen kann. Musik die dich auf die Beine bringt und zum Bewegen animiert. Für zukünftige Konzerte sollte ein Schild am Einlass angebracht werden: „ Depressiv Black Metaller bitte draußen bleiben! “. Zwar quält man hier auch das Mikro, aber die Aura der Musik ist eine ganz andere. Es geht merklich um Spaß an der Musik. Daran sollten sich andere mal wieder ein Beispiel nehmen.

 

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Homepage: www.myspace.com/officialnycticorax

Trackliste:

  1. Intro
  2. The Tempel
  3. Interlude
  4. The Altar
  5. Interlude
  6. The Envoy
  7. The Gates of Soul
  8. Goddess with 1000 Faces
  9. Interlude
  10. All will disappear like a dream
  11. She
  12. Outro

 

(7 / 10)

(7 / 10)

 

 

 

 

 

 

 

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Gelesen: 148 · heute: 0 · zuletzt: 09.10.2019

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