Endlos – Oktober (Reviews)

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Interpret:
24. Februar 2013 | Von | Kategorie: Reviews
Endlos - Oktober

Endlos – Oktober

Als Tapetrading noch die Standardmethode war, um an neue Musik zu kommen, habe ich infantil an Kauringen rumgebissen. So mancher schaut auf diese Zeiten mit einem weinenden Auge und fühlt sich nicht im Stande mit der heutigen Zeit und deren Methoden umzugehen. Das Breitband-Sharing hat einen so wichtigen Part eingenommen, dass alte und vielleicht melancholisch-romantische Möglichkeiten als verstaubt von jung und sehnsüchtig von alt betrachtet werden. Oder eben als „Kvlt“ wie junge Bands wie Endlos beweisen, die sich auf beide Verbreitungsmedien eingelassen haben.


Die zwei Jungs aus Deutschland haben bereits eine Demo mit Namen Von Sommernacht und Winterfall herausgebracht. Ihr neustes Werk Oktober präsentiert sich ebenfalls als zwei-Track-Demo mit Songnamen, die eigentlich keine sind, sondern nur Ziffern, um beim beliebten Scrobbeln nicht durcheinander zu kommen und „Nachbarn“ zu zeigen, wie Untergrund man wirklich ist.
Der erste Titel schleppt sich mit schepperndem Schlagzeug ganze sechs

J. (Drums, Gesang)

J. (Drums, Gesang)

Minuten vierzig durch die abgerissenen Häusergegenden der inneren Heimat. Die Gitarren zerren am Fleisch wie zersplitterte Fenster in grauen Mauerschluchten, an deren Ende kein Licht ist, in das man fliehen kann. Dunkel, rotzig und zerkratzend krächzt die Stimme von Irrealismus handelnde Texte und ist so tragender Auslöser für das Verlangen, sich die Haut von den Muskeln zu schälen. Dabei wird nicht eine Stimmenlage gleichbleibend nervig beibehalten, sondern J. verwendet abwechselnd Growls, Screams und gutturalen Gesang. Das instrumentale Zusammenspiel ist ausgeklügelt und fegt wie verdorrte Blätter mit eisigem Wind durch die Geistes(r)straßen. Langeweile kommt bei dieser Komposition nicht auf, denn sie ist weder verspielt noch monoton sondern einfach zum Genießen.

 
Das zweite Stück biete zum ersten nicht viele Unterschiede. Ein und derselbe Pfad wird musikalisch weiterbeschritten. Passt zum Gesamtkunstwerk, wirkt nicht überladen, ist bei der allgemeinen Länge der Demo aber auch schwer. Thematisch befasst es sich mit der individuellen Einsamkeit eines jeden, mit

C. - Gitarren, Gesang

C. (Gitarren)

dem Allein-Sein als Fluch. Schön gesetzte Akzente wie ein Gitarrensolo und eine Clean-Gesang/Gesagt/Geschrienen-Passage fügen sich genauso elegant in den Klangteppich ein wie alle anderen kleinen Feinheiten und bilden schöne sechs Minuten zweiundzwanzig.
 

Natürlich handelt es sich hierbei auch um „(…) eine weitere DSBM-Band (…)“ und Parallelen zu vielen bereits bekannten Bands kann man durchaus ziehen; das macht Oktober aber nicht weniger kaufens- und hörenswert. Endlos haben mit ihrer zweiten Demo bewiesen, dass sie was auf den Kasten haben und auf ein vollständiges Album kann man sich auf jeden Fall freuen – auch wenn abzuwarten bleibt, ob sich so eine konstant gute Leistung auch auf einem Full-Length umsetzen lässt.

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Label: Tridroid Records

Format: Tape und als Download

Bandpage: Endlos – Facebook

Veröffentlichungstermin: 23. Dezember 2012

Trackliste:

  1. I
  2. II
(8 / 10)
(8 / 10)

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Gelesen: 272 · heute: 0 · zuletzt: 19.04.2017

5 Kommentare auf "Endlos – Oktober"

  1. Hans Dampf sagt:

    Der Schreibstil ist mehr als nur peinlich und pseudointellektuell…

    • Vielen Dank für diese konstruktive Kritik. (:

    • Dennis Knoll sagt:

      Hallo Hans Dampf,

      der Schreibstil mag vielleicht nicht jedem gefallen, allerdings gefällt er dem Team und mir und vielen Lesern. Wir sind froh darüber jemanden im Team zu haben der abseits der normalen Phrasen schreibt und den ganzen Reviews etwas Leben einhaucht.

      Das mag nicht jedem gefallen, aber dafür ist es natürlich auch jedem selbst überlassen die Reviews von manchen Schreibern zu lesen oder zu ignorieren.

      Kritik nehmen wir natürlich auch immer gerne an, dafür muss aber erst einmal Kritik vorhanden sein.

      Vielen Dank

  2. Kette sagt:

    Sorry, aber als Review taugt das Nichts. Da ist Text, aber der sagt leider Null aus. Methaphern sind ja mal toll, aber über den Inhalt erfahre ich nix.

    Begriffe wie trve oder infantilsollte man auch nur im Extremfall verwenden.

    Nimm’s mir nicht übel, aber ich finde es schlecht.

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